Musikindustrie Statistik: Boom, aber besser für Künstler?
Die globale Musikindustrie setzte 2024 rund 27 Milliarden Euro um und wuchs das zehnte Jahr in Folge, getragen vom Streaming. Vor zehn Jahren stand sie noch vor dem Abgrund. Hier sind die wichtigsten Zahlen rund um die Musikindustrie.
Alles Wichtige auf einen Blick
- Globaler Umsatz 2024: rund 27 Mrd. Euro (29,6 Mrd. $).
- Das zehnte Jahr Wachstum in Folge (+4,8%).
- Streaming bringt 69% des Umsatzes, erstmals über 20 Mrd. $.
- Weltweit 752 Mio. zahlende Abonnenten (von 667 Mio.).
- Im Schnitt 20,7 Stunden Musik pro Woche pro Hörer.
- Schwellenländer wachsen am stärksten (rund +22%).
- Weiter gefasst misst MIDiA sogar 36,2 Mrd. $.
- Top 5: USA, Japan, UK, Deutschland, China.
- Deutschland ist der viertgrößte Markt der Welt.
- Japan stagniert, China und Brasilien wachsen stark.
- Universal, Sony und Warner halten zusammen rund 60%.
- Universal ist das größte Label (~10,5 Mrd. $).
- 1999 Höhepunkt ~22 Mrd. $, 2014 Tiefpunkt ~13 Mrd. $.
- Streaming hat den Markt aus der Krise geholt.
- 2024 ist der höchste Stand seit der CD-Hochzeit.
- Vinyl boomt und schlug die CD in den USA.
- Deutschland 2024: rund 2,38 Mrd. Euro (+7,8%).
- Sechstes Wachstumsjahr in Folge in Deutschland.
- 78% des deutschen Umsatzes aus Audio-Streaming.
- Über 236 Mrd. Streams allein in Deutschland.
- Physische Tonträger nur noch rund 16% (CD vor Vinyl).
- Spotify löschte 75 Mio. Spam-Titel, Betrug wächst.
- KI bedroht bis 2028 24% der Kreativen-Einnahmen.
- Spotify (~10 Mrd. $) und YouTube (~8 Mrd. $) zahlen Rekorde.
- Über 80% des Umsatzes sind digital.
Der globale Musikmarkt
1. Rund 27 Milliarden Euro Umsatz
2024 setzte die weltweite Musikindustrie mit Tonaufnahmen rund 27 Milliarden Euro um (29,6 Milliarden US-Dollar).1
2. Das zehnte Wachstumsjahr in Folge
Mit einem Plus von 4,8% wuchs der Markt zum zehnten Mal hintereinander. Eine bemerkenswerte Serie für eine Branche, die einst totgesagt war.2
3. Streaming bringt 69% des Umsatzes
Abo-Streaming ist der Motor: Es überschritt 2024 erstmals die Marke von 20 Milliarden US-Dollar und steht für 69% aller Einnahmen.3
4. 752 Millionen zahlende Abonnenten
Die Zahl der zahlenden Streaming-Abonnenten stieg binnen eines Jahres von 667 auf 752 Millionen.4
5. 20,7 Stunden Musik pro Woche
Menschen hören laut IFPI im Schnitt rund 20,7 Stunden Musik pro Woche, mehr als je zuvor.5
Ein Teil dieser Stunden gehört zu festen Anlässen im Jahreslauf. Zur Jugendweihe etwa gehört neben der Musik fast immer auch eine Rede zur Jugendweihe.
6. Schwellenländer wachsen am stärksten
Die höchsten Zuwächse verzeichneten Lateinamerika, Subsahara-Afrika und der Nahe Osten mit jeweils rund 22%.6
7. Je nach Messung sogar 36 Milliarden Dollar
Rechnet man erweiterte Rechte mit ein, kommt der Marktforscher MIDiA für 2024 sogar auf 36,2 Milliarden US-Dollar (rund 34 Milliarden Euro).7
Die größten Märkte der Welt
8. Die Top 5: USA, Japan, UK, Deutschland, China
Die fünf umsatzstärksten Märkte sind die USA, Japan, Großbritannien, Deutschland und China.8
9. Deutschland ist die Nummer vier
Deutschland ist der viertgrößte Musikmarkt der Welt, ein Schwergewicht hinter den USA, Japan und Großbritannien.9
10. Japan stagniert, andere boomen
Während Japan 2024 leicht schrumpfte, legten China (+9,6%) und vor allem Brasilien (+21,7%) kräftig zu.10
11. Drei Konzerne kontrollieren rund 60%
Die "Big Three", Universal, Sony und Warner, halten zusammen etwa 60% des weltweiten Marktes.11
12. Universal ist das größte Label
Universal Music bleibt mit einem Umsatz von rund 10,5 Milliarden US-Dollar (etwa 9,7 Milliarden Euro) der größte Konzern.12
Vom Absturz zur Erholung
13. 1999 der Gipfel, 2014 der Tiefpunkt
Auf dem Höhepunkt der CD-Ära setzte die Branche 1999 rund 22 Milliarden US-Dollar um. Durch Piraterie und den Niedergang der CD fiel sie bis 2014 auf rund 13 Milliarden.13
14. Streaming hat den Markt gerettet
Erst das Streaming kehrte den jahrelangen Niedergang um und trieb die Branche zurück auf Wachstumskurs.14
15. Höchster Stand seit der CD-Hochzeit
Inzwischen liegt der Umsatz wieder über dem Niveau der späten 1990er, wenn auch nicht inflationsbereinigt.15
16. Vinyl boomt, die CD verliert
Die Schallplatte wächst seit Jahren und schlug in den USA zuletzt sogar die CD bei den Verkäufen, ein seltener Lichtblick im physischen Geschäft.16
Der deutsche Musikmarkt
17. Rund 2,38 Milliarden Euro Umsatz
Der deutsche Musikmarkt wuchs 2024 um 7,8% auf rund 2,38 Milliarden Euro.17
18. Sechstes Wachstumsjahr in Folge
Damit legte der Heimatmarkt das sechste Jahr hintereinander zu, ebenfalls getragen vom Streaming.18
19. 78% des Umsatzes aus Audio-Streaming
Fast vier Fünftel des deutschen Musikumsatzes stammen inzwischen aus dem Audio-Streaming, insgesamt sind über 84% digital.19
20. Über 236 Milliarden Streams
2024 wurden in Deutschland mehr als 236 Milliarden Audio-Streams gezählt, ein Plus von 11%.20
21. Physische Tonträger nur noch rund 16%
Der physische Anteil schrumpft weiter auf etwa 16%, wobei die CD knapp vor der Schallplatte liegt.21
Streaming, Betrug und KI
22. Streaming-Betrug wird zum Problem
Mit dem Boom wächst der Missbrauch: Spotify löschte binnen eines Jahres über 75 Millionen Spam-Titel, viele davon KI-Massenware.22
23. KI bedroht ein Viertel der Einnahmen
Eine Studie warnt, dass bis 2028 rund 24% der Einnahmen von Musikschaffenden durch generative KI bedroht sind.23
24. Plattformen zahlen Rekordsummen
Spotify zahlte 2024 rund 10 Milliarden US-Dollar an die Branche, YouTube über 8 Milliarden.24
25. Über 80% des Umsatzes sind digital
Weltweit stammen mehr als 80% der Einnahmen aus digitalen Quellen. Der physische Tonträger ist endgültig zur Nische geworden.25
Häufige Fragen
Wie viel Umsatz macht die Musikindustrie weltweit?
Die globale Musikindustrie setzte 2024 mit Tonaufnahmen rund 27 Milliarden Euro um (29,6 Milliarden US-Dollar). Das war ein Plus von 4,8% und das zehnte Wachstumsjahr in Folge.
Wie groß ist der deutsche Musikmarkt?
Der deutsche Musikmarkt wuchs 2024 um 7,8% auf rund 2,38 Milliarden Euro, das sechste Wachstumsjahr in Folge. Deutschland ist damit der viertgrößte Musikmarkt der Welt, hinter den USA, Japan und Großbritannien.
Welchen Anteil hat Streaming an den Einnahmen?
Weltweit bringt das Streaming 69% des Umsatzes und überschritt 2024 erstmals 20 Milliarden US-Dollar. In Deutschland stammen 78% des Umsatzes aus Audio-Streaming, insgesamt sind über 84% digital. 2024 wurden hierzulande mehr als 236 Milliarden Streams gezählt.
Wie viele zahlende Streaming-Abonnenten gibt es?
Weltweit stieg die Zahl der zahlenden Streaming-Abonnenten binnen eines Jahres von 667 auf 752 Millionen. Im Schnitt hören Menschen rund 20,7 Stunden Musik pro Woche.
Diese Daten verwenden
Du betreibst eine Website oder schreibst einen Artikel? Verlinke mit diesem fertigen Snippet auf unsere Studie:
Diese Studie zitieren
Du darfst diese Zahlen frei verwenden, solange du auf diese Seite verlinkst. Kopiere eine der Zitierweisen:
Quellen
- IFPI (ifpi.org)
- Music Ally (musically.com)
- Music Week (musicweek.com)
- Music Business Worldwide (musicbusinessworldwide.com)
- RouteNote (routenote.com)
- Billboard (billboard.com)
- Music Industry Blog (MIDiA) (musicindustryblog.wordpress.com)
- Wikipedia (en.wikipedia.org)
- Simkins (simkins.com)
- Son-Vidéo Blog (blog.son-video.com)
- Music & Copyright (musicandcopyright.wordpress.com)
- Statista (statista.com)
- ResearchGate / IFPI (researchgate.net)
- WIPO Magazine (wipo.int)
- Vinyl Culture (vinylculture.substack.com)
- RIAA (riaa.com)
- BVMI (musikindustrie.de)
- Backstage PRO (backstagepro.de)
- KEYBOARDS / Sound & Recording (keyboards.de)
- neue musikzeitung (nmz) (nmz.de)
- Alfreds good vinyl (good-vinyl.de)
- Spotify Newsroom (newsroom.spotify.com)
- CISAC (cisac.org)
- TechCrunch (techcrunch.com)
- musqetf (musqetf.com)
Lena Brandt